Der 16. Bannerworkshop sollte etwas ganz besonderes werden: Anfang des Jahres fragte mich Jupp Peters, ob ich Lust hätte einen Workshop bei den Kölner Drachenfreunden e.V. zu machen. Schnell sagte ich zu und wir fanden ein gemeinsames Wochenende im Mai. Es fehlte nur ein Design. Der Wunsch: Alle Banner sollten das gleiche Design haben, das aber individuell mit Farben versehen werden kann. Dazu sollte das Logo des Vereins eingebaut werden – für die, die es im Banner haben wollten.
Schnell war eine Idee gefunden, die ich den Kölnern vorschlug und auf Begeisterung stieß. Es sollten viele Streifen werden, die durch eine große, geschwungene Linie in 4 „Blasen“ geteilt werden. Hier konnte man sich farblich richtig austoben.
Ein Novum: Das Logo mit vielen kleinen Buchstaben wurde nicht appliziert sondern von mir im Vorhinein aus Flockfolie geplottet und auf einen Streifen gepresst.

Schnell waren 10 Plätze vergeben und ich konnte mich um die individuellen Wünsche der Teilnehmer kümmern.
Doch dann Rückschlag: Der geplante Veranstaltungsraum konnte nicht benutzt werden – was nun? Jupp hatte eine Idee, die das Wochenende zum gemütlichsten Workshop bisher machte – wir veranstalteten das gesamte Wochenende bei ihm zuhause!
Im Wohn-Essbereich waren 10 kleine Tische untergebracht an denen genäht wurde. Im Schlafzimmer, neben dem verschobenen Bett, stand ein Lichttisch, der andere im Keller im Drachenarbeitszimmer. Auf der Terrasse war viel Platz für alle, die als Begleitung mitgekommen waren oder für die Näher, die eine Pause brauchten. Dazu gab es im Garten unglaublich viel zu bestaunen.
Ich hatte eine kleine gemütliche Ferienwohnung für mich alleine – kurzum: Das war kein Workshopwochenende, das war ein Kurzurlaub!

Am Freitagabend reisten bereits einige Teilnehmer an und wir verbrachten einen sehr gemütlichen Abend (kein Wunder bei Jupp und Iris als Gastgebern!) auf der Terrasse und klönten.
Samstagmorgen trafen noch ein paar weitere Teilnehmer aus der näheren Umgebung ein und wir gingen im Hotel „Ohm Hein“, nur 500m den Berg hinunter, frühstücken. Toll!
Um 9 Uhr startete der Workshop dann offiziell mit meiner obligatorischen Ansprache, was wie, wann, wo genäht oder geschnitten werden muss.
Voller Vorfreude und mit viel Elan wurde gestartet und ein Streifen nach dem anderen wurde am Lichttisch platziert, zusammengesteckt, genäht und freigeschnitten.
Dieser Workshop brachte keine besonderen Herausforderungen mit, aber erforderte eine gewisse Portion Fleiß.

Bereits am frühen Nachmittag waren viele Streifen vernäht, wodurch ich die Befürchtung bekam, es könnte zu einfach gewesen sein. Doch im Endeffekt zog es sich dann doch noch richtig in die Länge, weil das Aufnähen der „Blasen“ einiges an Zeit erforderte. Zumal sich einige Teilnehmer die Mühe machten, es mir nachzutun und bei jedem Streifen die Garnfarbe wechselten. Das Ergebnis sah mega aus, kostetet aber natürlich deutlich mehr Zeit.

Um 18.45 Uhr war am Samstagabend Schichtende und wir machten uns gemeinsam wieder auf den Weg zum „Ohm Hein“, wo wir in einem sehr hübsch gedeckten Saal ein hervorragendes Abendessen bekamen und Zeit hatten endlich mal wieder zu quatschen.
Die hatte ich am Samstag eigentlich sehr viel. Da beim Streifen zusammen nähen nicht viele Fragen auftauchten, konnte ich ganz viel auf der Terrasse mit Helga, Markus, Iris und Sybille quatschen und ab und zu etwas  auftrennen oder freischneiden. Eben das, für das die Nähenden keine Zeit/Lust hatten.
Den Abend ließen wir wieder auf der Terrasse mit leckeren Getränken und viel Gelächter ausklingen.

Nach dem sonntäglichen Frühstück ging es an den Nähmaschinen weiter. Heute sollte es etwas mehr Arbeit für mich werden, weil nun das Säumen und die Schlaufen anstanden – der kniffligste Teil.
Beim ersten Banner, welches gesäumt werden sollte, machte ich eine erschreckende Entdeckung: Die Schlaufen, die natürlich farblich an die Streifen angepasst waren, waren von mir in der falschen Reihenfolge geschnitten worden. Die längste war die kürzeste und umgekehrt. Argh!
Also geriet ich kurzzeitig in Panik und Stress und sammelte alle 10 Umschläge mit Kleinteilen wieder ein und schnitt sämtliche Streifen neu. Sowas ist mir noch nicht passiert. Aber zum Glück hab ich immer sämtliches Material mit und so war alles nur halb so schlimm.
Nach und nach wurde eine Blase nach der anderen aufgenäht und ich hatte wieder Zeit im Garten zu sitzen und einige Banner freizuschneiden. Nähen muss ja jeder selber, aber beim Freischneiden helfe ich gerne, weil mir das deutliche leichter von der Hand geht.

Gegen Mittag wurde mit Hans‘ Banner bereits das erste Exemplar aufgebaut. Im wunderschönen Garten von Iris und Jupp war dafür auch genügend Platz und wir hatte eine traumhafte Kulisse für die neuen flatternden Schönheiten.
Was mich richtig erstaunte: Auch als bereits 6 Banner fertig waren, wurden zwar grob die Nähmaschinen zusammengestellt, aber niemand brachte etwas ins Auto oder räumte lautstark auf. Nein, alle warteten entspannt auf der Terrasse bei Kaffee und Kuchen auf die noch verbliebenen Näher. Diesen Respekt den langsamen Nähern gegenüber habe ich noch nie so erlebt. Super toll!
Um 17.05 Uhr war es soweit: das letzte Banner konnte aufgebaut werden. Christina Opitz hat zum ersten Mal selber genäht und ein wunderschönes Banner fertiggestellt  - und das sogar mit sämtlichen Garnfarben angepasst – großen Respekt!
Nach einem tollen Abschlussbild im Grünen begannen dann alle gemeinsam einzuladen und das Wohnzimmer wieder rückzubauen. Nach und nach wurde aus dem Nähsaal wieder ein bewohnbarer Raum.
Nach einer gemeinsamen Abschlussrunde auf der Terrasse verabschiedeten wir uns alle voneinander und verstreuten uns in alle Himmelsrichtungen.
Soviel Gastfreundschaft, Freundlichkeit und gemeinsame Freude an der Natur (es ist der Wahnsinn, wie lange man erwachsene Menschen mit Libellen und Fröschen begeistern kann) und viel Spaß hatte ich noch auf keinem Workshop. Vielen Dank an die Drachenfreunde Köln, dass ich mit Euch Banner nähen durfte.
Vilen Dank an Iris und Jupp, für die Ferienwohnung, Euer Haus, Euren Garten und eure Herzlichkeit!

 

Spruch des Tages:
Björn, als eine seiner Schlaufen nicht da passt, wo sie eigentlich hin soll: „ICH kann doch nichts dafür, dass ICH da nicht so akkurat gearbeitet habe.“

 

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