Seit Jahren hatte ich die Idee eine Bannergruppe zum Thema Meer zu bauen. Auf der Suche nach einem Thema für den nächsten Bannerworkshop tauchte die Idee wieder vor meinem geistigen Auge auf und wuchs heran. Nach und nach entstand die Idee ein modulares System zu entwickeln, mit dem alle Workshopbanner zueinander passen, jeder Teilnehmer aber ganz individuell sein Banner gestalten kann. Das war genau das, wonach ich suchte!
Nachdem ich tagelang Fische, Pflanzen, Steine etc. entworfen hatte, ging im Januar 2020 die Anmeldung online. Geplant waren 2 Workshops im Oktober.
Mal wieder rasend schnell war der erste Termin ausgebucht, für den 2. fanden sich aber kaum Interessenten. Auch ein tauschen der Termine kam bei niemandem in Frage. Also wurde der 2. Termin gecancelt. Vielleicht schon ein Vorzeichen?
Gemeinsam mit den Teilnehmern wurde per Mail geklärt wie jedes einzelne Banner aussehen soll. Da kamen mal wieder tolle Ideen heraus.
Und dann kam der 18. März – Corona-Lockdown. Schon im Sommer war klar, dass der Workshop im Oktober schwer durchzuführen sein würde. Nach einer Umfrage unter den Teilnehmern, entschieden wir uns gemeinsam den Workshop um 1 Jahr zu verschieben. Auf getrennte Gruppenräume, dauerhaft Maske und Abstände hatten wir keine Lust bzw. es wäre einfach kein Workshop gewesen.

Corona hatte uns zwar immer noch im festen Griff, aber durch Impfungen und regelmäßige Tests war im Herbst 2021 deutlich mehr möglich und wir fieberten gemeinsam dem Workshop entgegen.
Zum ersten Mal fand der Workshop nicht in Lüdinghausen statt, sondern im Diözesanzentrum der DPSG, dem Gilwell St. Ludger in Haltern. Hier hatten wir das gesamte Haus Ludger für uns, da aufgrund der Coronabeschränkungen immer nur eine Gruppe pro Haus untergebracht werden durfte.
Schon im September hatte ich alle Workshop-Sets fertig gestellt und es türmten sich Kartons im Flur. Und dann, 1 Woche vor dem Workshop, wurde ich krank. Es hatte mich ordentlich erwischt und ich war nicht wirklich in der Lage einen Workshop zu leiten. Doch jetzt hatten wir so lange daraufhin gewartet, absagen kam für mich nicht in Frage.
Nach einem negativen Coronatest entschied ich: der Workshop findet statt. Also wurde das Auto beladen und die Kinder eingepackt, denn die wollten zum ersten Mal als richtige Teilnehmer dabei sein.

Am Freitagnachmittag im Gilwell angekommen, wartete bereits eine große Meute Workshopteilnehmer auf uns. Gemeinsam entluden wir das Auto und stellten Tische und Stühle bereit. Nach ein wenig Fummelei passten auch alle in die beiden verbundenen Gruppenräume und die Lichttische kamen ins Foyer.
Hierfür hatte ich mir im Frühjahr etwas Neues ausgedacht. Die alten Holzböcke der Lichttische waren wackelig und sperrig im Transport und man stieß beim Arbeiten ständig gegen die Füße. Jetzt gibt es neue, die kompakt verpackt werden können, stabil stehen und schön schmal sind. Perfekt.
Nachdem alle ihre Zimmer bezogen und die Autos weggeparkt hatten, konnte es mit der obligatorischen Begrüßung meinerseits losgehen. Viele bekannte Gesichter waren dabei, aber auch ein paar Neue, was mich immer sehr freut. Schnell war erklärt, wie das Wochenende ablaufen würde und jeder bekam seinen Karton und die 1:1-Schablone, die in diesem Jahr geplottet wurde – sehr chic.
Wie durch ein Wunder war ich aufgrund der vielen Freunde, die ich so lange nicht gesehen hatte, und der Vorfreude auf dieses Wochenende spontan geheilt – es ging mir deutlich besser. Hoffentlich hielt das an!
Und dann fingen alle ganz emsig an zu arbeiten. Bei den meisten entstand die Welle am oberen Bannerrand als erstes. 3 einfache Teile bildeten einen guten Einstieg. Danach ging es individuell bei jedem weiter. Auf dem Handout hatte ich eine Reihenfolge vorgegeben, nach der das Banner entstehen sollte. Das war entscheidend, weil bei manchen der Meeresboden VOR der Pflanze war, bei anderen DAHINTER. Manche hatten hinter ihrem Fisch einen Schatten, andere eine Pflanze. Kurzum: Jedes Banner benötigte seine eigene Bau-Reihenfolge.
Am Freitag entstanden so haufenweise Pflanzen auf den Meeresböden. Auch hier gab es Unterschiede: einfache, einfarbige Pflanzen und welche, die aus drei Grüntönen zusammengesetzt werden mussten.
Aufgrund meiner vielen Vorarbeit mit komplett vorgeschnittenen Teilen, war das aber in den meisten Fällen reine Fleißarbeit, wenn man die Schablonen erstmal verstanden hatte.
Nach dem Abendessen wurde natürlich sofort weitergenäht, bis kurz vor Mitternacht die Lichter ausgingen.

Nachdem manche schon vor dem Frühstück am Samstag genäht hatten, ging es anschließend für alle an die Maschinen. Jetzt wurde die Vielfalt unter den Maschinen bunter, weil bereits die ersten Fische entstanden.
Leider hatte mich in der Nacht meine Stimme komplett verlassen, was das Erklären etwas erschwerte. Doch mit Mühe war es möglich und ich versuchte jedem Teilnehmer gerecht zu werden. (Danke Sonja, für die Halspastillen!)
Nur kurz durch das leckere Mittag- und Abendessen unterbrochen wurde wieder bis in die Dunkelheit genäht. Wobei es die meisten nach einem anstrengenden Tag zwischen 22 und 23 Uhr in die Betten trieb. Nur Alfons, Cathrin, Imke und Stephan waren noch fleißig und jeder nähte in seiner Ecke vor sich hin. Zum Freischneiden gesellte sich Alfons dann an Cathrins „Freischneidetisch“ und so saß eine lustig quatschende Truppe noch bis in die Nacht an den Maschinen und wir schafften es tatsächlich noch Cathrins Fisch in anderen Farben zuzuschneiden und die ersten Teile zusammen zu setzen.
Das ist das tolle an so einem Workshop: Zuhause wäre man längst ins Bett gegangen, in der Gruppe gibt es mehr Durchhaltevermögen.

Am Sonntag geschah das, was ich nicht für möglich gehalten hatte: Ein Banner nach dem anderen wurde FERTIG!
Bei diesem sehr aufwändigen Workshop hatte ich nicht damit gerechnet überhaupt fertige Banner zu sehen. Aber als wir uns nach dem Mittagessen draußen zum Gruppenbild trafen, waren fast alle Banner aufgespannt und es fehlten nur noch Kleinigkeiten – Wahnsinn.
Schon hier zeigte sich wie gut die Banner zusammenpassen. Die Wellen und der Meeresboden gehen von einem zum anderen Banner über – genau so wie ich mir das vorgestellt hatte – wunderschön.

Nach dem gemeinsamen Aufräumen (das geht ja immer schnell, wenn alle mit anpacken – Danke!) mussten wir uns wieder voneinander verabschieden. Viel zu schnell war dieses lustige, anstrengende und tolle Wochenende zu Ende.
Mir hat es unglaublich viel Spaß gemacht, ich fand die Unterkunft im Gilwell super (über die Betten reden wir jetzt nicht) und freue mich auf ein Wiedersehen mit all diesen wunderschönen Bannern hoffentlich im nächsten Jahr auf Fanø!
Vielen Dank, dass ihr alle dabei gewesen seid!

 

Aufgeschnappte Sprüche vom Wochenende:
Volker (betrachtet die auf die Absperrung gehängten Pflanzenteile von Leon):
„Das Aufhängen der Pflanzen ist aber ein Problem: Wenn die trocknen verknuddeln die und dann kann man die nicht mehr faltenfrei aufnähen.“

Leon: „Ich hab da noch eine Idee für ein Bannermotiv. Einfach einen dicken schwarzen Streifen von links nach rechts – das ist eine Pipeline.“
Florian: „Oder Henry näht einen Haufen kleiner rosa Würmchen auf – das ist dann Krill“

Imke: „Florian, deine Rechtschreibkorrektur hat sich hier vertan, da steht „Tampoen“ statt Tampen.“
Florian: „Nein, nein, das ist richtig, das kommt aus dem französischen und heißt „le tampoen“.
Leon: “A qui, alors, je ne sais pas, le tampoen!”

 

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