Zum zweiten Mal machte ich mich am Freitagvormittag auf den Weg nach Brüggen. Diesmal musste ich alleine fahren, weil Schule, Arbeit und private Termine die drei Mädels hinderten mitzukommen.
Nach staufreier Fahrt in Brüggen angekommen, bei schönstem Sonnenschein, wurden die wenigen Materialien die ich zuhause gebraucht hatte, aus dem Auto ausgeladen. Gemeinsam mit Henry räumte ich den Dachboden leer, in dem wir alles eine Woche gelagert hatten. Schnell wurden wieder die Lichttische aufgebaut und alles so eingerichtet, wie es sich am letzten Wochenende bewährt hatte. Es ist immer wieder schön, wie anders sich ein zweites Workshopwochenende anfühlt. Alles ist gewohnter, eingespielter und vertrauter. Und trotzdem kommen neue, andere und teils unbekannte Menschen. Insofern war die Vorfreude auf den Start genauso groß wie in der letzten Woche.
Zum Mittagessen fuhren Sonja, Henry und ich wieder ins Pfannkuchenhaus. Da könnte ich jeden Tag hingehen. Lecker! Außerdem kann man in den 1,5 Stunden nett quatschen, von der Autofahrt runter kommen und geht so völlig entspannt einen neuen Workshop an.
Um 15 Uhr waren bereits viele Teilnehmer eingetroffen und wir machten uns einen Spaß, lustige Türme aus den aufgebauten Teilnehmerkartons zu bauen. Und wir mussten Siggi beruhigen, der scheinbar Panik hatte nicht fertig zu werden und dauerhaft drängte, endlich anzufangen :-)
Um 15.30 Uhr war es dann endlich soweit und wir starteten wieder mit Henrys und meiner Ansprache. Da viele noch nie auf einem Bannerworkshop von mir waren, erklärte ich sämtliche Materialien und Arbeitsmethoden. Auch konnten wir auf die Fehler hinweisen, die am letzten Wochenende vermehrt gemacht worden waren.
Voller Tatendrang begannen alle mit dem Öffnen ihres Kartons. Schon hier zeigten sich viel zufriedene Gesichter, weil sie von meiner Vorbereitung begeistert waren. Das freut mich immer. Denn die ganze Arbeit mache ich mir ja, damit sich die Teilnehmer auf meinen Workshops wohl und gut aufgehoben fühlen.
Obwohl nicht viele Fragen kamen, war ich dauerhaft in den beiden Räumen unterwegs und fragte, ob es denn nicht doch etwas zu klären gäbe. Natürlich könnte ich mich auch in die Ecke setzen und warten, bis jemand mit fragendem Blick kommt. Aber das wäre mir zu langweilig. Ich nutze dann lieber die Zeit mit vielen Menschen ins Gespräch zu kommen und bin für meine Teilnehmer da.
Bis zum Abendessen entstanden viele unifarbene Banner, die wieder mit Willes Hilfe aufgebaut wurden. Doch kaum waren sie fertig, wurden Angel und Spreizstab wieder eingepackt und das Banner kam zurück unter die Nähmaschine. Denn jetzt kamen die Schriftzüge an die Reihe.
Hier quälten sich viele mit den Stecknadeln. Aber ich war so oft ich konnte zur Stelle und steckte fleißig mit. Gemeinsam hatten wir schon am letzten Wochenende ausgerechnet, wieviele Stecknadeln ich ungefähr in meinem Bannerleben gesteckt hatte. Nach schätzungsweise 80000 Stück habe ich logischerweise „etwas“ mehr Übung als die Teilnehmer. Und geteilte Arbeit ist ja immer schöner als etwas alleine machen zu müssen.
Auch an diesem Wochenende merkten die Teilnehmer schnell, dass die geschwungene Schriftart doch einfacher zu nähen war als die einzelnen Buchstaben der geraden Schrift - entgegen allen Befürchtungen. Mir wollte man halt nicht glauben im Vorfeld ;-)
Beim Abendessen hatten wir viel Spaß mit dem neuen Koch aus der Küche. Nachdem er die leicht braunen Bananen vom Buffet nach Henrys Anleitung zu seinem ersten Bananen-Milchshake verarbeitet hatte, zauberte er auch noch einen frisch gebackenen Hefezopf aus dem Ärmel. Ein Fest für mich, zumal es auch noch Butter und Marmelade dazu gab.
Mit ein wenig Überredung ließ er sich darauf ein, noch am selben Abend zwei neue Zöpfe zu backen - für das nächste Frühstück. Spitzen Typ! So macht Jugendherberge Spaß!
Nach dem Abendessen gab es eine zusätzliche Stärkung durch Alfons, Stefan und Tanja, die Wein, Wurst und Käse mitgebracht hatten. Vielen Dank!
Nach diesem erfolgreichen Tag fiel ich um 1 Uhr ins Bett.

Um 7.30 Uhr scheuchte mich der Wecker aus dem Bett und es ging zum Frühstück - mit frisch gebackenem Hefezopf. ;-)
Anschließend starteten alle ihre Nähmaschinen und man hörte bis zum Mittagessen (Klöße, Rotkohl und Bratwurstschnecke) ein durchgehendes Geratter. Da an diesem Wochenende die meisten schon bereits fertige Gitter mitgebracht hatten, konnte ganz entspannt gearbeitet werden. Und trotzdem kamen alle schnell voran.
Kurz nach dem Kaffeetrinken, zu dem wir wieder ein paar Gäste begrüßen durften, war bereits das erste Banner fertig. Wahnsinn! Das war schnell!
Während die meisten mit den Schriftzügen schon gut vorangeschritten waren, mussten andere jetzt erst mit ihren Gittern anfangen. „Das wird nie was“, hab ich mir gedacht. Doch ich sollte mich täuschen. Wie ein D-Zug wurde ein Streifen nach dem anderen genäht - ohne Gequatsche oder andere Ablenkungen. Hut ab! Das Wirblat-Rudel weiß, wie man sich ins Zeug legt!
Zum Abendessen war ich einfach nur satt. Immer noch vom Mittagessen und der Marzipantorte am Nachmittag. Mit Mühe schob ich mir ein Wurstbrot zwischen die Zähne. Bis der Koch plötzlich mit dem Rest Hefezopf um die Ecke kam - da musste ich dann doch wieder zuschlagen. Man könnte den Eindruck bekommen, dass es ein Fressworkshop war - nicht ganz zu unrecht.
Auch am Samstagabend wurden wieder leckere Weine, Wurst und viel Käse ausgegeben. Ein sehr lustiger und leckerer Abend. Man kann es nicht anders sagen: Auch diese Truppe war super und sehr lustig!

Nach dem frühen Frühstück am Sonntag wurde ein Banner nach dem anderen fertig. Und die, die noch in Arbeit waren, wurden mit höchster Konzentration und in Akkord weitergebaut. Und so konnten wir noch vor dem Mittagessen ein Gruppenfoto mit 12 komplett fertigen und 2 fast fertigen Bannern machen. Wahnsinn! Ein spitzen Tempo und super Ergebnis!
Noch vor dem Mittagessen (Pommes, Schnitzel und Pilzsauce) wurde alles aufgeräumt und sämtliches Material wieder in mein Auto verladen. Das geht einfach viel schneller, wenn alle mit anfassen. Vielen Dank!

Dann hieß es Abschied nehmen. Abschied von der Jugendherberge Brügge und von vielen sehr netten Teilnehmer/innen.
Vielen Dank an:
Sonja und Henry, dass ich zwei Wochenenden bei euch mitmachen durfte!
Wille für deine tolle Hilfe!
An alle Teilnehmer/innen für diese tollen beiden Wochenenden!

So wie es aussieht, habt ihr einen neuen Teilnehmer für nächstes Jahr dazu gewonnen ;-)

 

Aufgeschnappte Sprüche vom Wochenende:

Florian nach dem Mittagessen: "Ich kann die nächsten 3 Tage nichts mehr essen!"
1 Std später...
Florian: "Oh, lecker, Kuchen!"
Sonja: "Ich denke du isst nichts mehr die nächsten Tage"
Florian: "Das ist ja Quatsch, Kuchen geht immer!"

Henry hat sich selber ins Aus geredet.
Michael: "Henry, ab jetzt ist keine Antwort mehr richtig!"

Tanja hat für nächstes Jahr bereits einen ganzen Haufen Streifen gesäumt.
Armin zeigt auf den Berg und sagt: "Tanja, wenn du den Müll nicht mehr brauchst, räum ich den wohl für dich weg"

 

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